Managementkonzepte auf den Kopf gestellt

Beim noventum Business unusual Forum 2015 fordert der Autor Niels Pfläging das Ende der Pyramide

 

Uwe Rotermund, Geschäftsführer der Münsteraner Unternehmensberatung noventum consulting, hatte zum Business Unusual Forum 2015 eingeladen und 90 Unternehmer und Manager aus ganz Deutschland waren gekommen, um über neue Managementansätze und -methoden zu diskutieren. Im Münsteraner Factory Hotel erlebten sie am Freitag, dem 25. September einen Tag mit provokativen Vorträgen, nachdenklichen Gesprächen, satirischen Überspitzungen und viel Selbstaktivierung. Die Moderation des Tages hatte Oliver Pauli, Improvisationstheatermacher aus Münster.

Im Titel der Veranstaltung war der rote Faden schon angelegt, der sich durch den ganzen Tag zog: ein Managementmodell, das den geänderten Haltungen der arbeitenden Menschen gerecht wird und Motivation für die Zukunft bringt, muss die Dinge auf den Kopf stellen. Management, wie es seit über 100 Jahren in der Industriegesellschaft gelehrt und gelebt wird, ähnelt einer Pyramide. Das Organigramm eines beliebigen Unternehmens dokumentiert, worum es geht: es wird von oben nach unten gedacht und geplant. „Dieses Modell ist völlig überholt“, so die feste Überzeugung des Hauptreferenten des Tages, Niels Pfläging. Der Autor und selbsternannte „Managementexorzist“ legte bei der Veranstaltung seine polarisierenden Thesen vor und gab der Diskussion unter den Gästen, zumeist selber Manager, einen gehörigen Schwung. „Netzwerk gegen Pyramide“ – diese Alternative zog sich durch seinen viel diskutierten Beitrag.

„Geben ist strategischer denn Nehmen.“ Kurt Smit, zweiter Referent des BUF 2015, zog mit einem engagierten Plädoyer gegen die Logik einer radikalen Wettbewerbsideologie zu Felde. Wie kommen die richtigen Mitarbeiter in die richtigen Positionen? Smit gab Antworten für die unternehmerische Praxis aus Psychologie, Soziologie und Biologie. Seine Überzeugung: Wenn Führungsgrundsätze auf Auslese und Dominanz zielen, sind Produktivitätseinbußen, Unzufriedenheit, Krankheit und Burn-out die Folgen. Zukunftsorientiertes Führen zielt auf das Etablieren und Aufrechterhalten von Kooperation zwischen allen Beteiligten. Wissenschaftliche Erkenntnis und unternehmerische Praxis münden in eine überlegene Führungsethik.

Ein besonderes Merkmal des BUF – Business Unusual Forum, das in fortlaufend geänderter Form von noventum consulting seit 2007 veranstaltet wird, ist die nachdrückliche Aktivierung der Teilnehmer. In Workshops mit den Referenten sowie eigenen Beiträgen werden persönliche Erfahrungen und Anliegen vorgestellt. Im sogenannten „Barcamp“ – einer Art Rednerwettstreit um die Aufmerksamkeit des Publikums, treten verschiedene Redner an, um nach dem Mehrheitsvotum des Publikums ihren Beitrag ausführlich vorstellen zu dürfen.

Uwe Rotermund war am Ende des Tages zufrieden und zuversichtlich: „Management verändert sich und nichts bleibt wie es ist. Und wir aktiven Manager sollten den Fahrplan schreiben! Mit unserem Business Unusual Forum werden wir auch in Zukunft an diesem Thema dran bleiben.“

 


noventum consulting

Dr. Matthias Rensing

REDAKTIONSLEITUNG

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