Integrierte Mobilfunklösungen für Kliniken

Innovative Kommunikationskonzepte müssen hohe Anforderungen erfüllen

Kommunikation in großen Kliniken findet durch unzählige Kanäle hindurch statt. Neben der ohnehin schon sehr komplexen Frage der Datenkommunikation betrifft das auch und immer noch den klassischen Bereich der Telefonie. Der Einsatz mobiler Endgeräte ist selbstverständlich im Klinikalltag, hier entstehen aber Probleme und Herausforderungen, die der speziellen Kliniksituation geschuldet sind und besondere Lösungen erfordern. Außerordentlich heterogene Systeme sowie strahlungsempfindliche Areale auf dem Klinikgelände sind nur zwei der vielfältigen Themen, die eine integrierte Lösung berücksichtigen muss.

Ein mobiles Telefonnetz muss den Einsatz der entsprechenden mobilen Endgeräte für die unterschiedlichsten Funktionen gewährleisten. Dies geht von der verbalen Kommunikation über die schnelle Datenverbindung zu den internen Systemen, der Vernetzung mit den Notfallteams im Krankenwagen, der Alarmierung bei Notfällen und Problemen bis hin zum Tracken von Geräten und Personen.

STRATEGIE KONVERGIERENDER NETZE FÜR DATENVERKEHR UND TELEFONIE

Im Jahre 2013 hat noventum gemeinsam mit den Verantwortlichen eines Universitätsklinikums und des Rechenzentrums der Universität eine Strategie zur Konvergenz der vorhandenen Informations- und IT-Netzwerke erarbeitet und dem Vorstand des Universitätsklinikums vorgelegt. Dabei ging es um eine langfristige Planung, die die vielfältigen Kommunikationsnetze auf möglichst wenige Technologien reduzieren sollte. Weiter mussten die Besonderheiten eines Klinikums der Maximalversorgung und der Forschung und Lehre berücksichtigt werden. Die Weitläufigkeit des Campus mit über 70 verschiedenen Gebäuden gehörte zu den anspruchsvollen Rahmendaten.

Abb. 1: Netzwerke in der Medizin

 

Ein zentraler Baustein der Netzstrategie war die Vollversorgung der Gebäude und des Campus mit Mobilfunk von GSM bis hin zur modernsten LTE-Technologie. Dabei geht es nicht darum, die herkömmliche Telefonie abzulösen, sondern die flächendeckende IP-Telefoniestrategie der Universität umzusetzen, indem eine vollständige Redundanz über ein zweites Medium geschaffen wird. Hierdurch bleibt das Klinikum arbeitsfähig, wenn die IP-Netzwerke ausfallen sollten.

Abb. 2: Eigene Darstellung angelehnt an cisco.at - Konvergentes Netzwerk

REDUNDANTE SYSTEME GEWÄHRLEISTEN DAS SICHERE ARBEITEN AUCH IM FALL TECHNISCHER KRISEN

Ein Beispiel macht deutlich, worum es geht: Während einer OP werden Proben in einem Notfalllabor analysiert und die Ergebnisse direkt an den Operateur weitergegeben, damit er sein weiteres Vorgehen planen kann. Ist das Netzwerk gestört, werden die wichtigsten Ergebnisse heute per Telefon direkt in den OP gegeben. Eine vollständige Umstellung der Telefonie auf IP würde dies unmöglich machen. Die Umstellung kann also nur erfolgen, wenn eine Backup-Technologie zur Verfügung steht. Mit Mobilfunk und der mobilen Datenübertragung ist eine Möglichkeit geschaffen worden, dem Operateur die vollständige Analyse auch bei Ausfall des IP-Netzwerkes zur Verfügung zu stellen. Wichtig hierbei ist, dass nicht nur eine Redundanz in der Verkabelung und den aktiven Komponenten vorgenommen wird, sondern dass es auch redundante Wege gibt, die Daten über den Mobilfunkbetreiber zu senden. Hierfür sind eine Richtfunkstrecke und eine IP-Glasfaser vorgesehen.

Heute tragen Ärzte und Pflegepersonal bis zu drei Geräte mit sich: ein DECT-Telefon, einen Piepser und ggf. ein Mobiltelefon. Eine erste Zielstellung ist die Ablösung der vorhandenen DECT-Infrastruktur und der Piepser durch Mobiltelefone oder Smartphones, welche auch privat genutzt werden können. Die Herausforderung, die an die Mobilfunkbetreiber gestellt wurde, war es, die Mobiltelefone so in die klinische Kommunikationsinfrastruktur zu integrieren, dass die Dienstmerkmale der DECT-Telefone weitestgehend eingehalten werden konnten. Das heißt insbesondere, dass Festnetzapparate im Klinikum und auch das Handy über eine 5-stellige Kurzwahl erreichbar sind. Sodann bedingt es, dass eine feste Telefonnummer (z.B. die Zentrale) dem angerufenen Teilnehmer signalisiert werden kann. Die Kommunikation muss vollständig verschlüsselt werden können und und und …

4-SEKTOREN ANTENNEN FÜR PRÄZISE LENKUNG DES FUNKVERKEHRS

Auch die Ausleuchtung des Campus stellte die Mobilfunkbetreiber vor enorme Herausforderungen. So musste sichergestellt werden, dass Forschungseinrichtungen, wie die Neurophysiologie oder auch die Biophysik, deren Forschungsauftrag durch die ggf. auftretenden Interferenzen gefährdet sein kann, im Funkschatten liegen. Durch eine der ersten 4-Sektoren Antennen in Deutschland und eine entsprechende Ausrichtung der Sektoren wurde dem Rechnung getragen.

noventum bereitete mit den Verantwortlichen des Klinikums die öffentliche Ausschreibung vor. Nach deren Abschluss, den Bietergesprächen und der Entscheidung durch den Vorstand, bekam die Firma Vodafone den Zuschlag, die Gebäude und den Campus vollständig auszuleuchten. Durch die Aufstellung eines Mobilfunkmastes erreichte Vodafone eine weitgehende Ausleuchtung des Campus und einer großen Zahl der vorhandenen Gebäude. Schon durch diese Maßnahme hat sich die Bereitstellung der Mobilfunkversorgung deutlich verbessert. Jetzt geht es an den Innenausbau der noch nicht versorgten Bereiche.

noventum begleitete dieses Projekt von der Strategie über die Planungen der Ausschreibung bis zur Umsetzung der ersten Schritte. Unser Ziel, die Verantwortung auch für die Umsetzung bis hin zu einer planmäßigen Übergabe zu übernehmen, haben wir auch in diesem spannenden Projekt erreicht.


noventum consulting

Dr. Frank Gutberlet

Unit Manager

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