Arbeiten 4.0 – menschliche Digitalisierung

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Digitalisierung – Horrorszenario oder Paradies für Mitarbeiter?

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt rasant. Ob das für Mitarbeiter bedrohlich ist oder fantastische Chancen bietet, ist dabei in vielen Bereichen noch nicht klar. Sicher ist, dass vieles lange sicher geglaubte nicht mehr sicher ist und dass wir bedingt durch die sich verstärkende Komplexität lernen müssen, auf Sicht zu fahren ohne unsere Mission aus dem Sinn zu verlieren. Mit anderen Worten, Unternehmen und ihre Mitarbeiter tun gut daran, die Prinzipien und Haltungen von Dezentralität, Selbstorganisation, Agilität, Transparenz und Partizipation sehr ernst zu nehmen. Viele Geschäftsmodelle, Prozesse, Tätigkeitsbereiche stehen in den nächsten Jahren zur Disposition oder werden signifikant umgestaltet. Ob dies für Unternehmen und insbesondere deren Mitarbeiter eher ein Horrorszenario oder ein Paradies ist, hängt davon ab, inwieweit es gelingt, die Mitarbeiter auf den Wandel vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass es dem Mitarbeiter mit den Veränderungen gut geht. Das ist dann nicht nur gut für die Menschen, sondern auch für deren Unternehmen und das entsprechende Business-Öko-System.

 

NRW 4.0 - Regionale Ideenlabore für gute und faire Arbeit

Dass die mit der Digitalisierung einhergehende Umgestaltung der Arbeitswelten auch menschenorientiert erfolgt, ist die Mission der Initiative Arbeiten 4.0 des NRW-Arbeitsministeriums, siehe www.arbeitviernull.nrw . Unter dem Stichwort NRW 4.0 strebt sie für die Region gute und faire Arbeitsbedingungen bei der Nutzung innovativer Technologien an. In 16 regionalen Ideenlaboren zwischen Rhein und Weser werden in einer Kombination aus Impulsen und Workshops ganz konkrete Maßnahmen erarbeitet, wie die Arbeitsbedingungen unter den vielfältigen und anspruchsvollen Bedingungen der Digitalisierung im Sinne der Menschen gestaltet werden können und damit gleichzeitig die Wirtschaftskraft der hiesigen Unternehmen gestärkt wird. Das Ideenlabor Münsterland fand in der vergangenen Woche im Hub www.muensterLAND.digital mit großer Resonanz und Schaffensfreude statt. Ich durfte in dieser Veranstaltung den Impulsvortrag unter dem Titel „Unternehmenskultur als Befähiger des digitalen Wandels“ halten.

 

Unternehmenskultur als Befähiger des digitalen Wandels

In meinem Impuls ging es darum, dass Unternehmen und damit deren Führungskräfte eine große Verantwortung zur Gestaltung einer mitarbeiter- und gleichzeitig innovationsfreundlichen Unternehmenskultur haben. Nicht nur die Technologien zur Digitalisierung erfordern eine schnellere Veränderungsfähigkeit, sondern auch weitere soziokulturelle Megatrends, wie sie zum Beispiel das www.zukunftsinstitut.de mit seiner anschaulichen Megatrend Karte herausgearbeitet hat, siehe https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/die-megatrend-map/. Sehr vieles wird anders, schneller, unübersichtlicher, vernetzter und damit komplex, so dass Unternehmenslenker immer weniger in der Lage sind, Ihr Unternehmen „von oben herab“ nach den Prinzipien von „command and control“ zu steuern. Die klassische Hierarchie hat in sehr vielen Umgebungen ausgedient und muss ersetzt werden durch eine Kultur von Dezentralität, Selbstorganisation, Agilität, Transparenz und Partizipation. Siehe oben. Selbst wenn die Unternehmensverantwortlichen diese Überzeugung teilen, stellt sich noch die Frage, wie denn solch eine Unternehmenskultur zu konstruieren ist. Kultur kann man jedoch nicht vorgeben oder anweisen. Kultur entsteht durch Menschen, die freiwillig Wege gehen, die sich für sie lohnen. Bei der Gestaltung dieser Wege ist der Kulturentwicklungsprozess wie ihn das Great Place to Work Institut www.greatplacetowork.de vorsieht, aus meiner Sicht sehr hilfreich. Dieser Prozess beinhaltet sowohl eine anonyme Mitarbeiterbefragung wie auch einem Kulturaudit durch Organisationsexperten. In regelmäßigen Analyse- und Gestaltungsschleifen können Führungskräfte aus beiden Quellen gemeinsam mit den Mitarbeitern eine systematische Organisationsentwicklung anstoßen. Am Ende geht es darum, eine ausgeprägte Kultur der Glaubwürdigkeit, des Respekts, der Fairness, der Verbundenheit und der Kooperation zu fördern, denn diese Kultur ermöglicht sowohl eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit, wie auch für das Unternehmen eine starke Innovations- und Veränderungskraft. Dazu nützliche Werkzeuge, Spielregeln und Verhaltensweisen habe ich in der HR-Strategiemap komprimiert zusammengefasst, siehe http://www.organisations-beratung.info/hr-strategiemap-555.html

 

Konkrete Ergebnisse des Ideenlabors Münsterland

In den an meinen Impulsvortrag anschließenden drei Workshops zu den Themen „Gemeinsam den digitalen Wandel gestalten“, „Unternehmens als attraktive Arbeitgeber sichtbar machen“ und „Partizipative Unternehmenskultur fördern“ wurden dann ausgehend von konkreten Herausforderungen definierter Personae erste Ideen für regionale Folgeschritte erarbeitet. Die wohl prägnanteste und konkreteste Idee war die Organisation eines branchenweiten, regionalen Innovationsfestivals zur Nutzung digitaler Potenziale unter Einsatz von Kreativitätstechniken wie „Design Thinking“, „Open Innovation“ u.a. Ich werde berichten. Darüber hinaus wandern die Ergebnisse auch zur Inspiration anderer Regionen auf die website von NRW 4.0 www.arbeitviernull.nrw und auf dessen Ideenlandkarte 4.0.

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