Cross Mentoring – hierarchiefreie Führungskräfteentwicklung

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Herausforderung Führungskraft

Führungskraft zu sein, ist in diesen Tagen wahrlich nicht einfach. Anweisung und Kontrolle ist bekanntermaßen ja weder politisch korrekt noch wirkungsvoll. Andere Führungsstile, um Mitarbeiter zu befähigen, mit den atemberaubenden Veränderungen und der steigenden Komplexität umzugehen, dabei an einem Strang zu ziehen, im „Flow“ zu sein und sich selbst zu organisieren, sind nicht leicht zu erlernen. Das Lernen von Management- und Führungsfähigkeiten ist eben auch deutlich anspruchsvoller geworden. Der Organisationsguru Niels Pfläging meint sogar, dass Führungskräfte, die versuchen Ihre Mitarbeiter zu managen, nicht nur wirkungslos, sondern schädlich sind. Kommt drauf an, finde ich. Wie erlernt man ganz praktisch zukunftsfähige Führungs- und Managementfähigkeiten? Ganz sicher nicht nur durch das Trainieren von vorgedachten Routinen. Sicher auch nicht durch Kopieren bewährter Praktiken anderer Führungskräfte im eigenen Unternehmen. Zunehmend wichtig für den Erwerb der notwendigen persönlichen Führungs- und Managementkompetenzen ist das Experimentieren und das vielfältige Reflektieren mit erfahrenen Führungskräften. Eine besonders wirkungsvolle Methode dieses Reflektierens ist das Cross Mentoring.

 

Cross Mentoring – eine hierarchiefreie Reflektion

Die Idee ist so einfach wie effektiv. Junior Führungskräfte oder angehende Führungskräfte erhalten regelmäßiges, intensives und sehr offenes Feedback von erfahrenen Führungskräfte anderer Unternehmen. Dieses Mentoring ist gerade dadurch sehr offen, da sich das Mentoren-Mentee Pärchen nicht in einem hierarchischen Raum befindet und insbesondere der Mentee keine Angst haben muss, dass seine Offenheit irgendwann als Karrierekiller zurückschlagen kann. Die Motivation für das Unternehmen, das den Mentee stellt, ist also klar. Es bietet seiner jungen Führungskraft ein ganz wichtiges Element zur dynamischen Entwicklung seiner Führungsfähigkeiten. Warum sollten aber andere Unternehmen die Zeit eines erfahrenen Mentors zur Verfügung stellen? Ganz einfach, weil sie wiederum Ihren Mentee mit dem Mentor des ersten Unternehmens in Kontakt bringen können. Wenn nicht nur zwei Unternehmen dieses Über-Kreuz-Mentoring betreiben, sondern sich eine regionale Gruppe von 5 – 10 Unternehmen findet, die ihre Mentoren-Mentee-Tandems vernetzt zuordnen, entsteht dabei eine große Dynamik, von der vor allem die Mentees profitieren. Darüber hinaus lernen aber auch die Mentoren von den jungen wilden neuen Führungskräften. Und schließlich führt der Erfahrungsaustausch der Organisationsverantwortlichen aller teilnehmenden Unternehmen zu einem Kennenlernen von modernen Organisationskonzepten und Führungskräfteentwicklungsmodellen.

 

Cross Mentoring im Münsterland durch Cross Consult

Der Cross Mentoring Ansatz wurde vor vier Jahren durch die Münchner Unternehmensberatung Cross Consult www.crossconsult.de , einer Gesellschaft für nachhaltiges Talentmanagement und innovative Organisationsentwicklung, für Unternehmen im Münsterland eingeführt. Initiiert wurde dies damals durch die LVM Versicherung, die innovative Führungskräfteentwicklungsmethoden gesucht hatte. Weitere Unternehmen, so auf Initiative von Frank Petersen auch mein Unternehmen noventum, haben sich dieser charmanten Idee für unternehmensübergreifende Führungskräfteentwicklung schnell und gerne angeschlossen.

In der vergangenen Woche ging das Cross Mentoring im Münsterland in die vierte Runde. Jedes Jahr werden neue Mentoren-Mentee-Tandems gebildet. Während eines Jahres bleibt das Tandem stabil, damit sich dadurch eine Vertrauensbeziehung zwischen Mentor und Mentee bilden kann. Für ein Jahr sind auch die teilnehmenden Unternehmen stabil, wobei viele Unternehmen das Cross Mentoring als dauerhaftes Führungskräfteentwicklungsinstrument einsetzen und daher kontinuierlich dabei sind.  Zu den Leistungen von Cross Consult, vertreten durch die engagierte Geschäftsführerin Nadja Tschirner, gehört neben der Vermittlung von passenden Mentoren-Mentee Pärchen auch das Zusammenbringen und Inspirieren der teilnehmenden Unternehmen zum gemeinsamen regionalen Erfahrungsaustausch bzgl. zeitgemäßer Organisations- und Führungskonzepte.

 

NDD(D)R & Co.

In der Cross Mentoring Münsterland Auftaktveranstaltung 2017/2018, an der ich in der vergangenen Woche teilnehmen durfte, haben die 6 teilnehmenden Unternehmen ihre aktuellen Themen und Herausforderungen erläutert. In der Finanzbranche kämpfen die Unternehmen u.a. mit Niedrigzins, Digitalisierung, Demographie und Regulierung. Nadja Tschirner von Cross Consult fügte dem noch das Diversity D als weitere wichtige Herausforderung und auch als Chance zu. Die Cross Consult Geschäftsführerin hielt ein Plädoyer für das Vermeiden von Stereotypen und dafür, der Authentizität Raum zu verschaffen.

Was alle am Cross Mentoring Programm teilnehmende Unternehmen eint, ist eine optimistische und zupackende Haltung bei der Bewältigung der gewaltigen Veränderungen ohne zu wissen, wie das denn jetzt genau funktioniert. Wovon alle jedoch überzeugt sind, ist die Notwendigkeit von Führungskräften, die auf die Dynamik und Komplexität vorbereitet sind. Und dazu ist Cross Mentoring ein wichtiger Beitrag.

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