Hinterm Horizont geht's weiter

von

warum ein attraktives Zukunftsbild gerade jetzt entscheidend ist.

„Wir fahren auf Sicht“, diese bildliche Beschreibung des Managements in Corona Zeiten entspricht sehr dem agilen Verhalten von Sprint zu Sprint. Nur mit dem Unterschied, dass der Product Owner ein unsichtbarer Parasit ist, der uns vor sich hertreibt. Viele Organisationen haben sich ratz-fatz angepasst, haben den Arbeitsort ins Heim verlegt und bieten zunehmend digitale Dienste an. Dabei wird in Hochgeschwindigkeit gelernt und vieles geht, was noch vor Kurzem als sehr unwahrscheinlich galt. Webinare, Onlinekongresse, Onlineworkshops, Onlinecoachings u.v.m. verbreiten sich ebenfalls viral.

Auch haben verantwortungsbewusste Unternehmenslenker verstanden, dass sie ihren Beitrag zu Minimierung unvermeidlicher Unsicherheit leisten müssen. Vielerorts – so auch bei uns - werden wöchentlich Online Belegschaftsversammlungen mit brutalstmöglicher Transparenz durchgeführt, so dass Risiken, Gegenmaßnahmen und Chancen bestmöglich für alle einschätzbar sind in einer Welt in der fast nichts mehr einschätzbar ist.

Wohl dem, der bereits mit agiler Führung, Selbstorganisation, Vertrauenskultur und agilen Methoden vertraut ist und der auch technisch die Möglichkeiten so zu nutzen versteht, dass praktisch kein Produktivitätsverlust eintritt.

Zu den Erfolgsfaktoren agiler und selbstorganisierter Arbeitsweise gehört aber auch, dass die Richtung klar ist und dass das Team ein gemeinsames Ziel anstrebt, d.h. dass das Team ein attraktives Zukunftsbild teilt. Das ist gerade jetzt in diesen unsicheren Zeiten ganz besonders wichtig, selbst wenn wir nicht wissen, nach wie vielen Sprints wir mit Corona über den Berg sind und was hinter dem Horizont auf uns wartet.

Aus diesem Grund haben wir bei noventum in unserem Prozess zur Stärkung des Zukunftsbildes bzw. des Leitbildes gerade jetzt nochmal richtig Gas gegeben. Schon im vergangenen Jahr haben wir damit begonnen, die nächste Entwicklungsstufe von Selbstorganisation und Agilität zu erklimmen. Wir haben ein Szenario unserer Arbeitswelt und unserer Leistungen in 2030 entwickelt, haben ein partizipatives Organisationsmodell mit hoher dezentraler Verantwortung mit holokratischen Elementen ausgearbeitet und haben unsere Missionen (ja, es sind mehrere – und das ist gut so) mit der Nutzenausrichtung auf unsere Stakeholder fokussiert und emotionalisiert.

In den letzten Wochen, inmitten einer Vielzahl von neuen Herausforderungen, haben wir die Puzzlesteine des neuen Leitbilds zusammengefügt. Es ist Ausdruck der noventum Identität, ist Orientierungsrahmen, Nordstern, Kompass, Magnet, DNA u.v.m. Es ist primär Ausdruck der Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und seinen Menschen. Wir betrachten es als Voraussetzung für erfülltes, zielgerichtetes, selbstorganisiertes, freudvolles Arbeiten in einer komplexen Welt. Ein hoher Anspruch, dem es gerecht werden muss. Damit dient es der Stärkung, Zukunftssicherung und Potenzialnutzung der Marke noventum im gesamten Business Öko System.

Bei der Zusammenführung der Puzzlesteine für das Leitbild war uns Simo Sinek mit seinen Ansatz „START with WHY“ eine sehr gute Orientierungshilfe.

Laut Sinek entsteht Verbundenheit und Energie im Unternehmen, wenn klar ist, warum es sich für die Mitarbeiter lohnt, morgens aufzustehen und „arbeiten“ zu gehen. Welche Befriedigung ziehen sie aus ihrem Tun? Wem bringen sie Nutzen? Was bewirken sie? Welche Spuren hinterlassen sie? In zweiter Linie geht es bei Sinek um das HOW. An welcher Arbeitsweise erkennt man die Mitarbeiter? Welchen Werten fühlen sie sich verbunden? Was macht sie spezifisch und unverwechselbar? Und erst dann stellt sich die Fage des WHAT, was das Unternehmen leistet, welche Produkte und Dienstleistungen es anbietet.

Laut Sinek entsteht Verbundenheit und Energie im Unternehmen, wenn klar ist, warum es sich für die Mitarbeiter lohnt, morgens aufzustehen und „arbeiten“ zu gehen. Welche Befriedigung ziehen sie aus ihrem Tun? Wem bringen sie Nutzen? Was bewirken sie? Welche Spuren hinterlassen sie? In zweiter Linie geht es bei Sinek um das HOW. An welcher Arbeitsweise erkennt man die Mitarbeiter? Welchen Werten fühlen sie sich verbunden? Was macht sie spezifisch und unverwechselbar? Und erst dann stellt sich die Fage des WHAT, was das Unternehmen leistet, welche Produkte und Dienstleistungen es anbietet.

Das WHAT beinhaltet schließlich

  • auf Unternehmensebene die wesentlichen ZDFs zu Umsatz, Mitarbeiteranzahl, Standorten, Zertifikaten, Gesellschafterstruktur etc.
  • auf Geschäftsbereichsebene jeweils einen Businessplan auf 10 – 20 Seiten, der nach der Methodik der Engpasskonzentrierten Strategie EKS verdeutlicht, womit und wie Kundennutzen erzeugt wird und wie damit dann Geld verdient wird
  • auf Unternehmensebene die Objectives und Key Results entsprechend des von John Doerr entwickelten Systems. Dabei sind die Objectives exakt die oben im WHY beschriebenen Vision Statements
  • auf Geschäftsbereichseben die Objectives und Key Results der 6 Geschäftsbereiche mit denen die agile Steuerung der Geschäftsbereiche unterstützt wird.

Viele Elemente unseres Leitbildes haben sich „im Gehen“ entwickelt und wurden immer zu gegebener Zeit festgehalten. Der jetzige neue Wurf wurde in einem 6-köpfigen internen Projektteam zusammengetragen und dann bei einem unserer strategischen Kaminabende, zu denen quartalsweise alle Mitarbeiter eingeladen sind, diskutiert und weiterentwickelt. Wichtige Impulse haben wir auf dem strategischen Kaminabend von den externen Leitbildexperten Dr. Claudio Felten von SHAKA Consulting und von Prof. Dr. Thomas Baaken vom Science to Business Marketing der Fachhochschule Münster erhalten.

Jetzt ist es an der Zeit, die Statements, die eine längere Lebensdauer haben, „in Stein zu meißeln“, damit sie wirkungsvolle Orientierungspunkte für Mitarbeiter und zukünftige Mitarbeiter sind. Dazu sind jedoch noch weitere Schritte erforderlich. Das neue Leitbild muss zum Leben erweckt werden durch eine Vielzahl individueller authentischer Geschichten und kreativer Interpretation. Unsere Inhouse-Marketing-Agentur sprüht schon vor Ideen. Zusätzlich haben wir mit dem Science to Business Marketing der Fachhochschule Münster ein Projektseminar aufgesetzt, um die Verbreitung und authentische Interpretation des Leitbilds anzustoßen. Ich bin sehr gespannt, welche Vorschläge wir von den 15 Studentinnen in Kürze erhalten werden.     

Gerade in der Krise hilft uns das Leitbild als Leitstern, um auch bei heftigen Turbulenzen und beim auf Sicht segeln nicht die Orientierung und ganz besonders die Verbundenheit zum Unternehmen und untereinander zu verlieren. Die ersten Reaktionen auf dem strategischen Kaminabend stimmen mich sehr optimistisch, dass dies gelingen wird und gerade jetzt eine starke Kraft erzeugt wird, ganz nach dem ersten Satz der neuen Unternehmensmission: „Wir sind digitale Optimisten“.

Zum Schluss möchte ich mich auch noch herzlich bei Carsten Fuchs, dem Fuchs von Morgen www.fuchs-von-morgen.de, bedanken, der mich in bei unseren Gesprächen in der Eigenalnd® Gemeinschaft sehr inspiriert hat und der uns wichtige konkrete Hinweise gegeben hat. Auch war mir sein Buch zur Zukunftsbildentwicklung „Zukunft von Morgen“ ein wertvoller Berater. Dort habe ich gelernt, dass es bei der Zukunftsbildentwicklung hilft, erst an das Gestern, dann an das Heute, dann an das Übermorgen und erst dann an das Morgen zu denken.

Gerne lade ich Interessierte ein, das neue noventum Leitbild ganz konkret kennenzulernen. Eine kurze E-Mail oder ein Anruf reicht.

Auf eine glückliche und erfolgreiche Zukunft. Gerade jetzt!

Uwe Rotermund

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