Zurück an die Arbeit!

von

Thank God it’s Monday

Urlaub ist schön, Arbeit ist auch schön. Ich freue mich jetzt auf das Wiedersehen mit den Kollegen, auf einige spannende interne strategische Planungs- und Kommunikationsveranstaltungen und auf viele Gespräche und Projekte mit Kunden und solchen, die es wahrscheinlich bald werden. „Zurück an die Arbeit!“ ist allerdings auch der Titel eines Buches, das mein Geschäftsfreund Dr. Lars Vollmer in 2016 veröffentlicht hat und mir samt Widmung geschenkt hat. Lars kenne ich von www.intrinsify.me, einem Think Tank und führenden Netzwerk für die neue Arbeitswelt und moderne Unternehmensführung. Daher habe ich mit Interesse und Neugier das Buch von Lars verschlungen.

 

Zurück an die Arbeit – Das Manifest von Dr. Lars Vollmer

Ich nehme die Zusammenfassung des Buches, das von Lars als solches bezeichnete Manifest von „Zurück an die Arbeit“ mal vorweg. Es besteht aus 10 Statements, und zwar

  1. In euren Unternehmen wird viel zu wenig gearbeitet.
  2. Die meisten Menschen wollen viel mehr arbeiten, als sie dürfen.
  3. Arbeit besteht darin, Wertschöpfung für Kunden zu erbringen – alles andere ist Verschwendung.
  4. In euren Unternehmen werden die Mitarbeiter systematisch von der Arbeit abgehalten.
  5. Menschen, die systematisch von der Arbeit abgehalten werden, müssen so tun, als ob sie arbeiten.
  6. Menschen, die im Job zu viel Theater spielen müssen, leiden und werden auf Dauer krank.
  7. Eure Unternehmenskultur ist nicht schuld am Theater.
  8. Euch theaterlastigen Unternehmen werden die Leistungsträger ausgehen.
  9. Auf alle sinn- und zwecklosen Unternehmen wird die Wirtschaft früher oder später verzichten.
  10. Sinnvolle Arbeit macht Theater im Unternehmen überflüssig.

Das sind überwiegend provakante Thesen, denen vermutlich eine Grundhaltung zu Grunde liegt, die ich durchaus teilen kann. Ich erkenne in diesen Thesen Elemente aus der engpasskonzentrierten Strategie, die den Kundennutzen als das Maß aller Dinge sieht, siehe meine Blogartikel vom 2.1.2017 www.organisations-beratung.info/blog-reader/wie-mit-eks-die-fokussierung-auf-den-kundennutzen-zum-mass-aller-dinge-und-der-gewinn-zur-erfolgreichen-nebensache-wird.html . Auch finde ich Elemente des „mind set“ von Niels Pflägings beta Kodex in Lars‘ Buch und seinem Manifest wieder. Der beta Kodex ist für mich ebenfalls eine hilfreiche Orientierung für eine moderne Unternehmensorganisation, die viel auf Selbstorganisation setzt, siehe hierzu auch meinen Blogartikel vom 18.12.2016 www.organisations-beratung.info/blog-reader/wer-entscheidet.html .Und doch sehe ich in dem Manifest zu „Zurück an die Arbeit!“ auch Punkte, die ich in einer spontanen Reaktion in Frage stelle.

 

Es geht nicht ohne Business Theater – aber bitte in Maßen

Wie ich Lars‘ Buch Vollmers Buch verstanden habe, ist für ihn Business Theater geprägt durch unnötige Meetings, standardisierte Feedbackgespräche, Mitarbeiterbefragungen und viel Formen von eingeübten Prozeduren des „Reporting“. Ja, tatsächlich

  • sind schlecht organisierte und ineffiziente Meetings schädlich,
  • sind standardisierte Feedbackgespräche oft Zeitverschwendung, wenn daraus keine substantielle Entwicklung resultiert,    
  • sind Mitarbeiterbefragungen ein wirkungsloses und lästiges Instrument, wenn daraus nicht ein echter Lernprozess und eine kraftvolle Unternehmensentwicklung resultiert.
  • sind Berichtsprozesse überflüssig „wie ein Kropf“, wenn sich daraus nicht Erkenntnisse ergeben, die wichtig für die Unternehmensentwicklung sind.

Ich bin ein absoluter Verfechter von Selbstorganisation. Aber Selbstorganisation braucht Führung, siehe hierzu auch das hilfreiche Buch von Boris Gloger „Selbstorganisation braucht Führung“. Und diese Führung von selbst organisierten Unternehmen braucht effiziente Meetings, Feedbackgespräche, Mitarbeiterbefragungen und Berichtsprozesse. Ansonsten wird aus Selbstorganisation wieder eine moderne Form des Silodenkens, siehe hierzu meinen Blogartikel vom 3.4.2017 www.organisations-beratung.info/blog-reader/selbstorganisation-fuehrt-zu-silodenken.html. Für mich ist jetzt entscheidend, dass diese notwendigen Kommunikations- und Feedbackprozesse sehr „clever“ organisiert sind und eben nicht zu einem nerviges Business Theater ausarten. Darin gebe ich Lars völlig recht.

 

Agilität kann helfen

Agilität scheint mir hilfreiche Methoden zwischen Selbstorganisation und Berichts- und Kommunikationsroutinen zu liefern. Wir testen gerade in mehreren Projekten der Unternehmensentwicklung dieses Instrumentarium aus und sind sehr optimistisch, dass wir damit den Spagat zwischen kundenzentrierter Selbstorganisation und notwendigem „Business Theater“ hinbekommen werden. Ich werde berichten.

Lars Vollmer

Dr. Kerstin Friedrich

Niels Pfläging

Boris Gloger

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