Einführung einer modernen Reporting- und Analytics-Lösung mit Power BI bei der FORUM Direktfinanz GmbH & Co. KG (FORUM)

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Data & Analytics, Microsoft Power BI

Ganzheitliche Digitalisierung durch integrierte Beratungskompetenz

Unternehmen und Kontext

FORUM ist eine Tochtergesellschaft der Landesbausparkassen und bindet bundesweit Baufinanzierungsberater an. Diese Berater haben dann über eine Plattform Zugang zu den Baufinanzierungsprodukten von über 800 Banken. Dadurch profitieren diese Berater und deren Kunden von einer sehr hohen Markttransparenz. Die Banken und deren Kreditkonditionen sind somit sehr gut miteinander vergleichbar. In diesem Umfeld sind aktuelle, konsistente und nachvollziehbare Kennzahlen von zentraler Bedeutung, da sie die Grundlage für operative Steuerung, Controlling und fundierte Managemententscheidungen bilden. Mit dem Ziel, Berichte schneller, automatisiert und visuell ansprechender bereitzustellen, treibt die FORUM den Aufbau einer modernen Reporting- und Analytics-Lösung aktiv voran. Dabei arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit noventum consulting auf Basis von Microsoft Power BI.


Ausgangssituation: Reporting mit hohem manuellen Aufwand

Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zwischen der FORUM und noventum war das Ziel, sich schrittweise aus der IT-Landschaft der Muttergesellschaft zu lösen und eine eigenständige, zukunftssichere System- und Arbeitsumgebung aufzubauen. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung begleitete noventum die FORUM aus der Unit Modern Workplace über einen längeren Zeitraum bei der Einführung von Microsoft 365, der Automatisierung zentraler Geschäftsprozesse mit der Microsoft Power Platform sowie bei der Evaluation und Einführung eines neuen CRM-Systems auf Basis von HubSpot. Diese vorgelagerten Maßnahmen schufen nicht nur eine moderne und integrierte IT- und Prozesslandschaft, sondern auch die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für das spätere Analytics- und Reporting-Projekt. Die enge Verzahnung der verschiedenen Leistungsbausteine verdeutlicht den umfassenden Beratungsansatz von noventum: von der strategischen IT-Ausrichtung über Arbeitsplatz-, Prozess- und Systemmodernisierung bis hin zur datengetriebenen Unternehmenssteuerung.

Operativ arbeitete die FORUM bisher vor allem mit zwei Systemen: dem CRM-System HubSpot und der Finanzierungsplattform Europace. Die relevanten Daten aus Europace wurden automatisiert in Form von CSV-Dateien bereitgestellt und zweimal täglich aktualisiert. HubSpot-Daten waren darüber hinaus über eine API direkt abrufbar. Die Weiterverarbeitung dieser Daten erfolgte in mehreren manuellen Schritten. Die Rohdaten wurden in Microsoft Access aufbereitet und dort mit manuell gepflegten Basistabellen zur Ergänzung von Stamm- und Referenzdaten angereichert. Anschließend flossen die Daten nach Excel, wo Berichte erstellt und als PDF-Dateien per E-Mail verteilt wurden. Dieses Vorgehen war zeitaufwändig, fehleranfällig und schwer skalierbar. Aktuelle Kennzahlen standen nur dann zur Verfügung, wenn die Daten explizit neu verarbeitet und die Berichte manuell aktualisiert wurden. Flexible Analysen oder kurzfristige Fragestellungen ließen sich mit der bestehenden Lösung nicht abbilden.

Zielsetzung: Automatisierung, Transparenz und Interaktivität schaffen

Ziel des Projekts war es, eine moderne Reporting- und Analytics-Plattform zu etablieren, die eine weitgehend automatisierte Datenverarbeitung ermöglicht und jederzeit aktuelle Auswertungen bereitstellt. Die neue Lösung sollte die bisherigen manuellen Prozesse ablösen, das Reporting visuell modernisieren und den Anwendern interaktive und dynamische Analyseoptionen eröffnen. Zugleich verfolgte FORUM das Ziel, eine Architektur zu schaffen, die langfristig erweiterbar ist und perspektivisch auch weitere Datenquellen integrieren konnte.

Warum Power BI und Microsoft Fabric?

Im Vorfeld wurden unterschiedliche technische Ansätze und Tools zur Modernisierung der Reportinglandschaft diskutiert. Darunter auch klassische Data-Warehouse-Konzepte sowie alternative BI-Lösungen. Letztlich überzeugte Power BI durch die enge Integration in die bestehende Microsoft 365-Umgebung, die hohe Flexibilität für Fachanwender sowie die breite Funktionalität für visuelle und interaktive Auswertungen. Microsoft Fabric ergänzte die Lösung ideal, um Performance-Engpässe in der Datenverarbeitung nachhaltig zu beheben und eine skalierbare Architektur aufzubauen ohne Medienbrüche mit effizienter Ressourcennutzung.


Projektstart: Fachliche Anforderungen im Zentrum

Die Umsetzung der neuen Reportinglösung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen noventum und der FORUM. Besonders das Controlling war von Beginn an aktiv eingebunden und definierte die fachlichen Anforderungen an Kennzahlen, Auswertungen und Berichtslogiken. Nach einer kurzen Konzeptionsphase begann direkt die strukturierte Aufbereitung der vorhandenen Rohdaten in Power BI, mit Hilfe von Power Query. Bereits nach wenigen Tagen Entwicklungszeit standen so erste belastbare Auswertungen auf Basis der neuen Lösung bereit. Ziel war es, die Daten in ein für analytische Zwecke optimales Datenmodell zu überführen, das sogenannte Semantikmodell in Power BI. Dafür wurde ein Sternschema aufgebaut, in dem Transaktions- und Stammdaten konsequent getrennt organisiert sind. Dieses Modell schaffte die Grundlage für eine klare Struktur, eine gute Wartbarkeit und eine hohe Performance der späteren Berichte. Bei der Erstellung legte das Projektteam großen Wert auf eine saubere und nachvollziehbare Umsetzung: Abfragen und Transformationsschritte wurden klar strukturiert und eindeutig benannt. Eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Pflege und Weiterentwicklung.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Lösung war der direkte Zugriff auf Quellsysteme über Schnittstellen. Dank API-Anbindungen ließen sich viele der zuvor manuell gepflegten Basistabellen nun ablösen. Das reduzierte den Pflegeaufwand deutlich und stellt gleichzeitig sicher, dass sich Änderungen an Stammdaten unmittelbar im Reporting widerspiegelten.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Zusammenarbeit zwischen FORUM und noventum war von Beginn an von gegenseitigem Vertrauen, Offenheit und fachlicher Präzision geprägt. Persönlich wie fachlich herrschte ein sehr gutes Miteinander. Anforderungen wurden klar formuliert und pragmatisch abgestimmt, Rückfragen ließen sich jederzeit auf kurzem Weg klären. Besonders prägend war die Bereitschaft, zunächst mit einem Prototyp zu starten und anhand konkreter Quick-Wins die Lösung weiterzuentwickeln. Die schnelle Umsetzung der ersten Berichte und das früh entgegengebrachte Vertrauen in die technische Umsetzung waren entscheidende Faktoren für den weiteren Projekterfolg.

Philipp Courtial, Senior Consultant bei noventum

Aussagekräftige Kennzahlen als Basis für fundierte Analysen

Bereits in einer frühen Projektphase bildete das neue Semantikmodell die wichtigsten Basiskennzahlen für das Abschluss- und Antragsvolumen ab. Diese Kennzahlen dienten als Fundament für eine Vielzahl weiterer Auswertungen, darunter Hochrechnungen nach Arbeitstagen, Vorjahresvergleiche sowie bonusrelevante Kennzahlen. Im weiteren Verlauf wurde das Semantikmodell kontinuierlich erweitert und um zahlreiche zusätzliche Kennzahlen ergänzt. Einige davon waren fachlich besonders anspruchsvoll, da sie Sonderregelungen und spezifische Logiken aus den Fachbereichen berücksichtigen mussten.

Heute ermöglicht der zentrale Kennzahlenkatalog unterschiedliche Auswertungen. So steht beispielsweise ein interaktiver Bericht zur Verfügung, der tagesaktuelle Analysen sowie Hochrechnungen über das laufende Jahr hinweg bietet und dabei auch Rückblicke auf Vorjahre erlaubt mit vielfältigen Filteroptionen für individuelle Auswertungen. Zuvor musste dieser Bericht manuell erstellt und als statisches PDF verteilt werden.

Ein weiterer Bericht fokussiert auf die Performance einzelner Banken im Vergleich zur Gesamtbankengruppe. Die Darstellung umfasst Durchschnittswerte, ein internes Ranking sowie die Möglichkeit, Ergebnisse direkt als PowerPoint-Präsentation zu exportieren. Das stellt einen deutlichen Effizienzgewinn gegenüber der bisherigen manuellen Erstellung dar. Durch diese iterative Weiterentwicklung entstand ein umfangreicher Kennzahlenbestand, der heute als zentraler Katalog für unterschiedliche Analysen genutzt werden kann. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der zentralen Abbildung der fachlichen Logik im Semantikmodell: ist eine Kennzahl einmal korrekt definiert, liefert sie konsistente Ergebnisse in allen Berichten und Auswertungskontexten, ohne dass zusätzlicher Programmieraufwand erforderlich ist.

Technologische Weiterentwicklung für mehr Skalierbarkeit mit Microsoft Fabric

Mit zunehmender Datenmenge und zunehmender Komplexität der Transformationen stieß die Datenaufbereitung innerhalb von Power BI an ihre Performance-Grenzen. Die Aktualisierung des Semantikmodells dauerte zu diesem Zeitpunkt rund 15 Minuten. Um auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben und die wachsenden Anforderungen des Unternehmens erfüllen zu können, trieb die FORUM die technologische Weiterentwicklung der Reportingarchitektur voran und ergänzte die Lösung gezielt um Microsoft Fabric. In diesem Rahmen wurde ein Fabric-Warehouse aufgebaut, das als zentrale Datenbasis für Power BI diente. Die Rohdaten flossen über sogenannte Dataflows in das Fabric-Warehouse. Diese basierten technisch auf Power Query und nutzten dieselbe M-Code-Basis. Dadurch ließen sich große Teile der bereits bestehenden Transformationen nahezu unverändert übernehmen, was die Umstellung auf die neue Architektur deutlich beschleunigte. Ein entscheidender Vorteil des Fabric-Warehouses lag in der Möglichkeit, Daten mit Hilfe von SQL effizient zusammenzuführen und weiterzuverarbeiten. Im Vergleich zu reinem Power Query ließen sich komplexe Transformationen so deutlich performanter umsetzen. Gesteuert wird der gesamte Beladungsprozess über eine sogenannte Pipeline, die als technischer Ablaufplan die automatisierte und sequenzielle Ausführung der Datenverarbeitung sicherstellte.

Ergebnis: Deutlich höhere Performance und Effizienz

Die neue Architektur reduziert die Ladezeit des Semantikmodells in Power BI deutlich: Statt rund 15 Minuten dauert die Aktualisierung heute nur noch etwa 45 Sekunden. Die vorgelagerte Befüllung des Fabric-Warehouses nimmt rund drei Minuten in Anspruch. FORUM profitiert damit nicht nur von einer erheblich schnelleren Datenbereitstellung, sondern auch von einer deutlich gesteigerten Effizienz im Betrieb. Zugleich überzeugt die Lösung durch hohe Kosteneffizienz. Die in Microsoft Fabric bereitgestellte Rechen- und Verarbeitungskapazität – die sogenannte Fabric-Kapazität – wird ausschließlich während der Datenaktualisierung genutzt. Außerhalb dieser Zeitfenster bleibt sie automatisiert abgeschaltet und wird nur bei Bedarf, etwa für Weiterentwicklungen, gezielt aktiviert.


Anwendung im Alltag: Mehr Eigenständigkeit für Fachbereiche

Auf Basis des neuen Semantikmodells stehen den Anwendern inzwischen die ersten Power BI Berichte zur Verfügung. Statt statischer PDF-Dateien nutzen die Fachbereiche nun eine moderne, interaktive Reportinglösung, die jederzeit aktuelle Daten bereitstellt und standardisierte Auswertungen ermöglicht. Das Semantikmodell eröffnet zudem der Controlling-Abteilung die Möglichkeit, sich direkt mit der Datenbasis zu verbinden, für weiterführende Analysen oder zur Erstellung zusätzlicher Berichte. Der bisher notwendige manuelle Aufwand für die Datenaufbereitung entfällt vollständig.

Fachlicher Mehrwert: Verlässliche Grundlage für Entscheidungen

Aus Sicht der FORUM hat sich das Reporting durch die neue Lösung grundlegend weiterentwickelt. Nach der initialen Erstellung eines Berichts stehen die zugrunde liegenden Kennzahlen automatisiert und ohne weiteren manuellen Aufwand zur Verfügung. Fachliche Fragestellungen lassen sich dadurch heute deutlich schneller, flexibler und verlässlicher beantworten. Die neue Reportingarchitektur unterstützt FORUM dabei, fundierte Entscheidungen schneller und auf einer einheitlichen Datenbasis zu treffen. Sämtliche Kennzahlen können auf unterschiedlichen Aggregationsebenen – von regionalen Übersichten bis hin zu einzelnen Vorgängen – dargestellt werden. Was früher mit erheblichem Aufwand verbunden war, gelingt heute per Knopfdruck. Ein zentraler Mehrwert liegt dabei in der konsistenten Abbildung fachlicher Logiken: Einmal korrekt modellierte Kennzahlen liefern im Semantikmodell dauerhaft verlässliche Ergebnisse, unabhängig vom jeweiligen Analysekontext. Dies schafft Vertrauen in die Zahlenbasis, reduziert Abstimmungs- und Klärungsaufwände und ermöglicht es dem Controlling, den Fokus stärker auf inhaltliche Analysen und die Unterstützung des Managements zu legen, anstatt Zeit in manuelle Prüf- und Korrekturschleifen zu investieren.


Ausblick: Reportingqualität weiter steigern

Das bestehende Semantikmodell bildet bereits heute die Grundlage für zahlreiche weitere Berichte und Analysen. Perspektivisch ist unter anderem ein Bericht zur Sicherung der Datenqualität geplant. Dieser soll frühzeitig auf potenzielle Fehleingaben oder Unstimmigkeiten in den Quellsystemen hinweisen und damit einen weiteren Beitrag zur Qualität und Verlässlichkeit des Reportings leisten.

Fazit: FORUM stärkt ihre Datenkompetenz

Mit der Einführung von Power BI und der gezielten Erweiterung der Architektur durch Microsoft Fabric modernisiert die FORUM ihre Reporting- und Analytics-Landschaft nachhaltig. Die neue Lösung automatisiert Prozesse und stellt jederzeit aktuelle, konsistente Kennzahlen bereit. Für FORUM bedeutet das: mehr Verlässlichkeit in der Berichterstattung und die Möglichkeit, fachliche Fragestellungen schneller und fundierter zu beantworten. noventum freut sich, die FORUM auf diesem Weg begleitet zu haben und bleibt auch künftig Partner für die Weiterentwicklung der Analytics- und Reporting-Landschaft.




Philipp Courtial
Senior Consultant

noventum consulting GmbH
Münsterstraße 111
48155 Münster

+49 2506 93020

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