IT-Effizienz ist kein Sparprogramm, sondern ein Führungsinstrument.

Ein Gespräch mit Frederic Betz, Themenverantwortlicher für Effizienz & Wirtschaftlichkeit in der IT bei noventum consulting.

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IT & Management Consulting, IT Strategy

Effizienz in der IT – das klingt nach Sparkurs, Konsolidierung, Budgetkürzungen. Doch wer so denkt, greift zu kurz. Im Gespräch mit Frederic Betz wird klar: Es geht um weit mehr als Kosten. Es geht um Steuerung, Strategie und darum, wie IT echten Wert schafft. Ein Interview über komplexe Entscheidungen, falsche Reflexe – und warum Effizienz ein Dauerbrenner in der IT-Welt bleibt. 

nc360° Redaktion: Herr Betz, warum scheitern so viele IT-Effizienzprogramme, obwohl die Ziele doch eigentlich klar sind?

Frederic Betz:  Weil sie oft keinen strategischen Rahmen haben. Wer rein operative Kosten senkt, ohne den Business-Kontext zu verstehen, verfehlt das Ziel. Eine reine Zahl wie »-20 % IT-Kosten« hilft wenig, wenn Innovationen auf der Strecke bleiben oder neue Anforderungen ignoriert werden.

Dazu kommt: Pauschale Aussagen wie »Die IT ist zu teuer« sind gefährlich unpräzise. Solche Aussagen sagen erst einmal nichts darüber aus, warum eine IT teuer ist. Aussagekräftiger ist: »Ihr seid überlizenziert« oder »Eure IT-Personalkapazität ist gemessen am Leistungsumfang ungewöhnlich hoch.« Solche qualitativen Aussagen beruhen auf fundierter Analyse – und genau das ist unser Anspruch. Effizienz muss eingebettet sein in eine zukunftsfähige IT-Strategie – das ist unser Ansatz bei noventum.

nc360° Redaktion: Viele verwechseln Effizienz mit Sparen. Wie sehen Sie das?

Effizienz bedeutet nicht, weniger Geld auszugeben, sondern es besser einzusetzen. Es geht darum, mit dem bestehenden IT-Budget einen maximalen Wertbeitrag für das Business zu erzeugen. Das kann bedeuten, in Automatisierung zu investieren oder ein veraltetes System abzulösen. Kurz: Effizienz ist kluge Steuerung,nicht blinder Rotstift. Und dabei ist eines zentral: Effizienz lässt sich nur im Verhältnis zu einem Ziel messen. Wer also sagt „Unsere IT ist ineffizient“, muss auch beantworten können, warum. Ohne Zieldefinition fehlt die Bewertungsgrundlage – das ist ein häufiger blinder Fleck in der Diskussion.

nc360° Redaktion: Wie gelingt es, Effizienz in der IT langfristig zu etablieren?

Frederic Betz:  Indem man auf nachhaltige Steuerbarkeit statt kurzfristige Effekte setzt. Effizienz ist kein Projekt, sondern ein Prozess. Technologien ändern sich, Geschäftsanforderungen wachsen. Das bedeutet auch: Effizienz beginnt mit Transparenz. Ohne Transparenz über Leistungen, Kostenverteilung und Zielbeiträge ist keine verlässliche Steuerung möglich. Deshalb bauen wir mit unseren Kunden dauerhafte Strukturen zur IT-Finanzsteuerung auf – mit klarem Servicekatalog, Leistungsverrechnung und KPIs.

nc360° Redaktion: Welche Rolle spielt IT-Komplexität bei der Frage der Wirtschaftlichkeit?

Frederic Betz:  Eine sehr große. Komplexe, historisch gewachsene IT-Landschaften erzeugen Reibungsverluste – in Form von Wartungskosten, Tool-Wildwuchs oder Schnittstellenproblemen. Dabei unterscheiden wir zwischen technologischer und organisatorischer Komplexität. Letztere – etwa in Form von Silos, inkonsistenten Verantwortlichkeiten oder ineffizienten Prozessen – hat meist dramatischere Auswirkungen auf die Kostenstruktur. Denn: Eine schlechte Technologie lässt sich oft noch managen. Organisatorische Ineffizienz dagegen durchdringt alles.

nc360° Redaktion: Kann man IT-Kosten überhaupt aktiv steuern?

Frederic Betz:  Ja – und man muss es auch. Wer seine Services nicht kennt, kann sie auch nicht effizient erbringen. Steuerung bedeutet: Leistungen sind klar definiert, Budgets sind transparent, Verantwortung ist zugewiesen. Dabei gibt es zwei Steuerungsperspektiven: vertikal – über die IT-Systeme – oder horizontal – über Business-End-to-End-Verantwortung. Gerade bei komplexen Organisationen empfehlen wir eine Kombination aus beiden Ansätzen, z. B. entlang von Produktlinien und IT-Service-Landschaften. Das durchbricht Silos und schafft Verbindlichkeit.

nc360° Redaktion: Wie verändert der technologische Fortschritt Ihre Beratungsarbeit im Bereich Effizienz?

Frederic Betz: Technologie ist ein Katalysator – aber nur, wenn man sie richtig einsetzt. Cloud, KI und Automatisierung bieten enormes Potenzial. Aber: Nicht jede Innovation rechnet sich. Wir helfen dabei, Technologieentscheidungen mit Wirtschaftlichkeitsmodellen zu untermauern, damit sie echten Mehrwert bringen.

nc360° Redaktion: Welche Steuerungs-KPIs machen IT wirklich effizient?

Frederic Betz: Die, die zur Unternehmensstrategie passen. Es bringt nichts, nur den Preis pro IT-Arbeitsplatz zu kennen. Relevant sind auch KPIs wie Time-to-Market, User-Zufriedenheit, Innovationsbeiträge. In gut geführten IT-Organisationen lässt sich heute sogar der erwartbare IT-Kostenbeitrag je Produkt sehr genau beziffern – etwa bei der Einführung eines neuen Versicherungsprodukts. Das zeigt, wie hoch die Steuerungstiefe heute sein kann – wenn die Strukturen es erlauben.

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Frederic Betz
Senior Consultant

noventum consulting GmbH
Münsterstraße 111
48155 Münster

+49 2506 93020



Lilith Judith
Content Redaktion & PR

noventum consulting GmbH
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