Wie der digitale Wandel die Personalarbeit verändert

Brauchen Unternehmen künftig überhaupt noch Führungskräfte?

// Business Intelligence, HR-IT-Management, Unternehmenskultur, noventum

Rund 130 Manager aus allen Bereichen der Wirtschaft kamen in Münster zum BUSINESS UNUSUAL Forum zusammen. In diesem Veranstaltungsformat stellt Uwe Rotermund, Geschäftsführer der IT-Beratung noventum consulting, alljährlich kritische Fragen an das vermeintlich Sichere und Unveränderliche in Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Jahr waren Experten aus dem Personalbereich eingeladen der Frage nachzugehen, was die Digitalisierung mit der Arbeit macht, wie sie Werte, Orientierungen und Lösungen in Frage und auf den Kopf stellt. Bis spät am Abend diskutierten die Teilnehmer der Tagung über New Pay, KI im Umgang mit Personaldaten, moderne Personalbedarfsplanung und agile Methoden. In drei parallelen Themenreihen CULTURE CHANGE, HR MANAGEMENT und HR CONTROLLING präsentierten Experten ihre Ansätze und Projekte. Mit diesen Informationen konnten sie sich anschließend interessierten Fachleuten zur Diskussion stellen. 

Darf ich Sie fragen, was Sie verdienen?

„Tauschen Sie einmal miteinander aus, was jeder so verdient. Und dann rufen Sie pro Tisch Ihr Durchschnittseinkommen in den Raum!“ Mit dieser Aufforderung hängte das Referentenduo Sven Franke und Nadine Nobile die Messlatte für alle Gäste ordentlich hoch. „New Pay“ – Konzepte, die Tabus wie Gehaltstransparenz anpacken und aufbrechen, waren ihr polarisierendes Thema. Leistung wird beim Konzept "New Pay" ganz neu definiert, Entscheidungshierarchien ändern sich und die Frage des Gehaltes wird beispielsweise im Team diskutiert und beschlossen.   

„Es geht längst nicht mehr nur um Umsatz und Profit!“ Wie können Unternehmen rund um menschliche Grundbedürfnisse herum aufgebaut werden, damit die arbeitenden Menschen ihre Kreativität und ihre Freude an guten Ergebnissen im Job am besten zur Geltung bringen können? Die Bestsellerautorin Kerstin Friedrich hat viele Antworten auf diese Frage. „Mitarbeiter wollen wie Erwachsene behandelt werden und nicht wie Kinder, die geführt werden müssen.“ Welche Rolle die Kraft von Gamification" spielt, um auf sportlich leichte Weise Ziele zu erreichen, Teamgeist zu entfesseln und einen Kulturwandel voranzutreiben, gab die Autorin Friedrich in ihrem Beitrag anschaulich und sehr unterhaltsam zum Besten. 

Personalabteilungen liefern Services für Fachabteilungen

People Analytics lautet das griffige Thema aus dem technischen Umfeld der Datenanalyse, in dem sich immer neue Möglichkeiten für Personalplaner eröffnen. In welcher Form sich die Zusammensetzung eines Teams auf der Kostenseite auswirkt, ist gewöhnliches Kostencontrolling. Welchen spezifischen Beitrag aber die Zusammensetzung des Teams zum Ertrag liefert, ist wesentlich schwieriger zu erfassen. Das Unternehmen Deutsche Bank entwickelt durch vertiefte Analysen von Qualifikation, Lebensalter und anderen Faktoren Konzepte für Erfolgsteams im Vertrieb, berichtete Anna Blaszczyk und löste lebhafte und kontroverse Diskussionen unter ihren Zuhörern aus.  


Wie sehr Personalkennzahlen in hochdynamischen Märkten für Personalentwicklung und Forecasting nutzbar werden (Data driven growth), wurde auch in einem weiteren Praxisbericht deutlich. Ralf MarpertDirector Finance & HR bei der shopware AG, erklärte, dass es dabei insbesondere darauf ankommt, mit den verschiedenen Fachbereichen passende KPI´s abzustimmen, damit Produktivität und Wachstumspotentiale gemeinschaftlich abgestimmt und verfolgbar werden. Die Shopware AG setzt für diese Aufgabe die Lösung HR-Analytics und HR-Planning von noventum ein, um das Zusammenspiel aus HR-Datenkonsolidierung, HR-Reporting und -Analyse mit der Personalkostenplanung zu managen.  

Schlüsselstrategie „Worforce Planning“

Immer wieder thematisiert wurde auch das oft noch datenmäßig unterrepräsentierte Feld von Mitarbeiter Skills. Unter dem Stichwort Workforce-Planning stellen sich beispielsweise Fragen, wie „Welche Qualitäten brauche ich heute und welche morgen? Können wir eigene Mitarbeiter dahingehend weiter entwickeln oder müssen wir uns am Markt umschauen? Wie realisieren wir nicht aus dem Bauch heraus, sondern systemisch über die nächsten 5 Jahre einen „best fit“ – also die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle?“

„Künstliche Intelligenz im Profifußball“ – eine knallige Keynote für die Entwicklung in der Zukunft zum Schluss. Smarte Daten drängen mit Macht in den Profifußball. Denn ob im Transfercontrolling, in der Vorhersage zukünftiger Leistungsentwicklung, im internationalen Scouting, in der taktischen Spielvorbereitung oder der Zusammenstellung des Kaders: smarte Daten sind auf dem Vormarsch. Ralf Lanwehr, Professor für internationales Management an der FH Südwestfalen und ausgewiesener Fußballexperte, riss in einem Feuerwerk von Sprüchen, Bonmots und ernsthaften Informationen am Ende der Veranstaltung noch einmal alle Besucher mit.

Das HR-Management braucht mehr Daten und Lösungen mit Zukunftspotential

Wenn der HR-Bereich dem eigenen Anspruch und den zu erwartenden Marktgegebenheiten der Zukunft gerecht werden will, braucht er mehr und validere Daten und Auswertungsmöglichkeiten. Darüber waren sich die Gäste und Referenten der Veranstaltung einig. Entsprechend groß war auch das Interesse an noventum HR-Analytics und HR-Planning. Diese Lösungen für HR-Prozesse stellt noventum bereit, um Personaldaten unterschiedlichster HR Management Systeme zum Reporting, zur Analyse und zur Darstellung in HR-Kennzahlen Dashboards aufzubereiten und mit Plandaten der Personal- und Personalkosten-Planung anzureichern.  chern.

Digitalisierung verändert Unternehmen auch kulturell

Über den digitalen Wandel und den damit meist einhergehenden kulturellen Wandel wird viel geschrieben und diskutiert. Dabei fallen Stichworte wie Agilität, Selbstorganisation, Vertrauenskultur, Fehlertoleranz, Start-Up-Mentalität u.v.m. Offensichtlich ist, dass die hierarchisch orientierte Unternehmensorganisation der Industriekultur ersetzt bzw. ergänzt wird durch dynamische und schwer zu kontrollierende Organisationsformen. Auf dem Weg dorthin wird zwangsläufig viel experimentiert, einiges wieder verworfen und Erfolg Versprechendes etabliert. „Ob Unternehmen künftig überhaupt noch Führungskräfte brauchen?“, stellte Uwe Rotermund abschließend halb ernst und halb ironisch in Frage und zur Diskussion.

noventum consulting

Thorsten Schmidt

DIRECTOR

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