Data Center Cockpit

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Gespräch mit Prof. Dr. Gottfried Vossen (WWU) und Marco Nielinger (noventum consulting)

 

novum: Herr Prof. Vossen, mit welchem Ziel kam die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und noventum consulting im Data Center Cockpit Projekt zustande und wie ist sie gelaufen?

Vossen: Eine Zusammenarbeit mit Praxispartnern ist bei Projekten dieser Art üblich und für unsere Studierenden ein großer Gewinn. Man wird mit realistischen Aufgaben konfrontiert und hat üblicherweise große Lerneffekte. Möglicherweise begegnen sich in diesen Projekten aber auch gute Arbeitgeber und ihre zukünftigen Mitarbeiter. Beide Parteien haben also viel davon. Wir haben die Zusammenarbeit als ausgesprochen produktiv empfunden.

novum: Es gibt ja eine ganze Reihe von Ansätzen und Systemen, welche die Steuerung der IT unterstützen. Was ist das Besondere am Data Center Cockpit?

Vossen: Das Data Center Cockpit ermöglicht es, beliebige, abstrakte Unternehmensziele frei konfigurierbar über Ziel-hierarchien auf konkrete Netzgrößen abzubilden. Also im Wesentlichen, einen Data Warehouse-Ansatz anzuwenden auf die Überprüfung von Unternehmenszielen.

Nielinger: Im Gegensatz zu einem Data Warehouse, das ausschließlich harte Fakten speichert, schlägt es die Brücke zur Interpretation und Bewertung. Schwellwerte werden definiert, und das System sagt einem dann z.B., wie „gut oder schlecht“ 1000 Incidents sind.

Vossen: Und die Messkurven sind so beschaffen, dass die-se Zielerreichungsgrade für verschiedene Betrachtungskontexte – wie z.B. für einen einzelnen Service oder einen bestimmten Zeitraum – berechnet werden. Ich kann sehen, wie nah bin ich an einer bestimmten Vorgabe bzw. wie stark habe ich ein bestimmtes Ziel erreicht. Ich kann Analysen in Echtzeit machen. Ich kann das mit verschiedenen Visualisierungstechniken tun. Ich habe Querverweise. Ich habe verschiedene Formen der Aggregation für die Navigation in Zielhierarchien und derlei mehr.

novum: Nach welchem Schema oder System haben Sie in Ihrem Projekt die zu diskutierenden Prozesse eingeordnet?

Vossen: Die Richtschnur war das Cobit-Framework. Das Data Center Cockpit ist aber darauf nicht festgelegt und könnte auch andere Hierarchien und andere Steuerungsmöglichkeiten unterstützen.

novum: Wie viel individuelle Anpassung ist ggf. nötig, um das System für verschiedene Kunden zum Einsatz zu bringen? Ist das DCC überall anwendbar? Und wenn man die Frage nach der Anwendbarkeit stellt, beginnt die Arbeit wieder ganz von vorne, muss das Rad jedes Mal neu erfunden werden?

Vossen: Nur zum Teil. Es ist so, dass der Programmcode natürlich gesetzt ist. Aber je nach Kunde müssen Sie die relevanten Ziele erst einmal identifizieren und dann in die Metadaten einpflegen. Und das kann durchaus aufwendig werden. Der Kunde muss letztlich sagen, was er steuern will und worauf er schauen will.

novum: Wie geht es weiter mit der Abbildung von IT Management Zielen in Informationssystemen – wird dies weiter ein Thema an Ihrem Lehrstuhl sein?

Vossen: Das Thema erfordert eine intensive Interaktion mit einem Praxispartner wie noventum consulting. Wenn sich die Gelegenheit zu weiteren Kooperationen in dem Bereich ergibt, sind wir dafür gerne offen. 

novum: Wie geht es mit dem Thema Data Center Cockpit weiter bei noventum consulting?

Nielinger: Wir arbeiten weiter daran. Das DCC läuft bei uns auf zwei Systemen, und wir haben erste Kontakte mit Kunden, die sich sehr für die Idee interessieren.

novum: Vielen Dank für dieses Gespräch.

 

noventum consulting

Marco Nielinger

Senior Consultant

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Prof. Dr. Gottfried Vossen

UNIVERSITÄTSPROFESSOR

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