Der Power BI Berichtsserver ist die on premises Alternative

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Microsoft Power BI ist unter dem Stichwort „Self-Service BI“ bereits seit mehreren Jahren in aller Munde und trägt maßgeblich zur Wahrnehmung der Microsoft Data Platform als führende Analytics und Business Intelligence Plattform bei. Um die Führungsposition aufrechtzuerhalten und auszubauen, investiert Microsoft spürbar in die Weiterentwicklung der Plattform und lässt den Funktionsumfang über kurze, teilweise monatliche Release-Zyklen stetig wachsen. Auch wenn der Fokus offensichtlich auf der Weiterentwicklung und Vermarktung des cloud-basierten Power BI Dienstes liegt, wurde das Power BI Angebot mit dem im Juni 2017 veröffentlichten Power BI Berichtsserver durch eine On-Premises Komponente abgerundet. Damit berücksichtigt Microsoft die Zurückhaltung mancher Unternehmen gegenüber der Cloud und bietet auf mittlere Sicht auch weiterhin die Möglichkeit einer entsprechend konservativen Datenhaltung.

Der Power BI Berichtsserver kann über eine Power BI Premium Lizenz oder eine SQL Server Enterprise Lizenz mit Software Assurance lizenziert werden und ermöglicht es Unternehmen, Power BI lokal (bzw. hybrid mit der Power BI Premium Lizenz) zu betreiben.

Technisch erweist sich der Power BI Berichtsserver als überaus charmante Weiterentwicklung der Microsoft SQL Server Reporting Services. Die Microsoft SQL Server Reporting Services ermöglichen die zentrale Bereitstellung von paginierten Berichten, Excel Dokumenten, mobilen Berichten, Data Sets und Data Sources über ein Web-Portal sowie die automatisierte Verteilung von Berichten über Abonnements. Der Power BI Berichtsserver ergänzt diesen Funktionsumfang um die Bereitstellung und Verteilung von Power BI Berichten.

Die Installation erfolgt auf herkömmliche Art und Weise zusammen mit den Reporting Services, wobei ein dediziertes Installationsmedium heruntergeladen werden muss. Auch die Migration einer bestehenden Instanz von Microsoft SQL Server Reporting Services wird unterstützt.

Nach erfolgreicher Installation lassen sich Berichte über eine dediziert für den Berichtsserver bereitgestellte Version von Power BI Desktop erstellen und auf dem Berichtsserver speichern.

Über den Browser lassen sich die Power BI Berichte letztlich über das Reporting Services Portal in einer eigenen Rubrik „Power BI Berichte“ finden, verwalten (Sicherheit, Aktualisierung, Verteilung, etc.) und anzeigen.

Fazit:

Der Power BI Berichtsserver stellt eine echte Alternative zum cloud-basierten Power BI Dienst dar und schließt die Lücke des Power BI Angebots in der On-Prem Welt. Das kommt Unternehmen zugute, die der Cloud grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen und den Schritt in die Cloud vermeiden möchten.

Für Unternehmen, die den Schritt in die Cloud noch vor sich haben und bei denen eine wesentlich größere Hürde existiert, den Power BI Dienst einzuführen, da Cloud-Infrastrukturen, wie z.B. Azure Active Directory oder Office365, noch aufzubauen sind, bietet die Power BI Premium Lizenz die Möglichkeit, Power BI zunächst lokal zu betreiben und anschließend in die Cloud zu migrieren oder auch Power BI hybrid zu betreiben.

Insbesondere Unternehmen, bei denen die SQL Server Reporting Services bereits etabliert sind und möglicherweise auch die SQL Server Enterprise Lizenz mit Software Assurance bereits verfügbar ist, bietet eine Migration zum Power BI Berichtsserver eine gute Möglichkeit, den Funktionsumfang von Power BI zu integrieren und weiterhin über das Reporting Services Portal einen zentralen und einheitlichen Zugriff auf Power BI Berichte, Reporting Services Berichte, Excel Dokumente, etc. zu gewährleisten.

Auch wenn der Power BI Berichtsserver eine ernsthafte Alternative darstellt, muss darauf hingewiesen werden, dass der Power BI Berichtsserver über einen geringeren Funktionsumfang verfügt als sein Pendant in der Cloud. Ein gründlicher Abgleich von Anforderungen und Features ist daher zwingend erforderlich.

noventum consulting

Daniel Christoph

SENIOR CONSULTANT

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