noventum Business Intelligence – Blitzlichter auf die aktuellen Themen

// Business Intelligence, Business Intelligence & Analytics

Datenmanagement, Konsolidierung & Integration operativer & dispositiver Systeme

Der Begriff Business Intelligence bezeichnet allgemein die Vorgehensweisen, Methoden und Technologien, die eine effiziente und effektive Entscheidungsunterstützung ermöglichen sollen. Aktuelle Herausforderungen sind Themen wie BI-Strategien, Governance, Datenmanagement, stärkere Integration mit operativen Systemen und Planungsfunktionalitäten für das Business Performance Management. Thorsten Schmidt, Service Manager Business Intelligence und Data Integration bei noventum consulting, erläutert in einem Gespräch Schwerpunkte.

novum: Herr Schmidt, beginnen wir mit einer der größten Herausforderungen, dem Datenmanagement im Kontext von Business Intelligence. Wie stellen Sie sich hier auf?

Schmidt: Wir bei noventum adressieren seit jeher die zwei Dienstleistungsstränge Business Intelligence und Data Integration. Diese arbeiten eng zusammen und haben viele Berührungspunkte. Jedoch darf das Thema Datenintegration nicht auf das Data Warehouse beschränkt werden, da hierfür auch übergreifend die operativen Prozesse und Systeme zu betrachten sind. Bei unseren Kunden sehen wir, dass Data Governance einen bedeutenden Stellenwert einnimmt. Wir sind unserer Zeit mit dieser Lösungskompetenz einen Schritt voraus gewesen, indem wir mit einem eigenständigen Service frühzeitig das Gewicht auf die Datenperspektive gelegt haben.

novum: Die Fokussierung auf die Datensicht ist Ihrer Meinung nach zentral?

Schmidt: Ja, sehr. Jedes Projekt im Kontext von Reporting, Analyse und Steuerung hat heute notwendigerweise die Datensicht im Fokus und zwar nicht nur für kurzfristige Anforderungen, sondern als nachhaltiges CIO Thema. Eine unternehmensweite Data Governance ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg.

novum: Was genau verstehen Sie unter Data Governance?

Schmidt: Alle Aspekte des Datenmanagements und die Prozesse rund um die Datenbewirtschaftung. Datenbewirtschaftung ist heute ein Thema von übergreifender Bedeutung. Unternehmen brauchen eine Data Governance unter Berücksichtigung verschiedenster Perspektiven – z.B. müssen Data-Policies, Data-Ownership, organisatorische Strukturen, Stammdaten-Management, etc. adressiert werden. Daten- bzw. Informationsqualität muss für alle IT-Systeme – also auch operative – übergreifend gewährleistet sein und BI-Projekte profitieren davon. noventum hat sich schon seit 2002 um einen erweiterten Datenmanagementbegriff bemüht, wie er heute überall gefragt ist. Und wir erkennen zusammen mit unseren Kunden, dass eine solche Datensicht sich nachhaltig rechnet.

novum: Welche weiteren Herausforderungen für den Umgang mit BI sehen Sie aktuell?

Schmidt: Die kontinuierliche Konsolidierung von BI-Systemen. Seit jeher streben wir das Enterprise Data Warehouse als „single point of truth“ an und ärgern uns doch über die fachseitig aus operativem Druck entstehenden Insellösungen. Die 2. Welle von BI-Projekten sind daher meist komplexe Konsolidierungsprojekte. Es gilt, sich mit den Themen BI-Strategie, BI-Governance, BI-Architektur und BI-Technologie auseinander zu setzen, um nicht zukünftig wieder in gleiche Probleme zu geraten.

novum: Was schlagen Sie vor, um die Entstehung solcher Insellösungen zu vermeiden?

Schmidt: Das Vermeiden ist meines Erachtens nicht möglich. Die Erfahrung zeigt uns, dass jede Fachabteilung, wenn sie nicht schnell und individuell genug bedient wird, ihre Insellösungen schafft. Bedient die neue Lösung keine Querschnittfunktionen (sekundäre Geschäftsprozesse) und ist stattdessen begrenzt auf eine Organisationseinheit beschränkte Steuerungsaufgabe (primäre Geschäftsprozesse), dann kann die Hoheit für solche Vorhaben oft sogar dezentral bleiben. Wichtig ist es, Wege zu finden, wie wir die Entstehung neuer Inseln nicht lediglich verteufeln, sondern diese kanalisieren können. Wie schaffe ich einen Rahmen bzw. einen Leitfaden, mit dem ich kosteneffizient sowohl eine hohe Flexibilität als auch einen notwendigen Grad an Standardisierung gewährleisten kann?

novum: Was ist Ihr Vorschlag?

Schmidt: Ich denke beispielsweise an die Gestaltung von BI-Services im Sinne des IT Service Managements, die von der zentralen Organisationseinheit für Business Intelligence mit IT- und Fachkompetenz (in der Fachliteratur oft als BI Competence Center – BICC - bezeichnet) angeboten werden.
Diese Services sind so ausgerichtet, dass selbst zwingend erforderliche Insellösungen in Fachabteilungen im Einklang mit der unternehmensweiten zentralen BI-Strategie entstehen. Will sagen: Das BICC stellt neben der klassischen Projekt- und Lösungskompetenz Methoden und Technologien zur Verfügung, die einen Wildwuchs verhindern. So ist der Service einer Architekturberatung denkbar. Das Mitdenken des BICC ohne ausschließliche Fokussierung auf das Enterprise DWH ermöglicht so beispielsweise die partielle Nutzung konsolidierter Datenbestände oder bestehender Infrastruktur und langfristig eine Integration in die zentrale Lösung, welche dann auch für die Fachabteilung effizienter zu betreiben ist.
Dadurch erreichen wir einen „roten Faden“ in der BI-Architektur, die kontinuierliche Konsolidierung: Bessere Informationsqualität, Integrationsfähigkeit und Kosteneffizienz ohne die notwendige Flexibilität einzuschränken.

novum: Ein Themenwechsel. Warum wird davon geredet, dass Grenzen zwischen analytischen und transaktionalen Systemen mehr und mehr verschwimmen?

Schmidt: Ein Beispiel in gebotener Kürze ist das Business Performance Management, auch Corporate Performance Management genannt. Die Funktionalitäten im BPM beziehen sich nicht ausschließlich auf die reine Auswertung von Daten. Hier sind Planungsfunktionalitäten gefordert, um eine optimale Steuerung des Unternehmens anhand von Plan-Ist-Vergleichen zu ermöglichen. Die Retraktion - also das Zurückspielen - von Daten in die operativen Systeme und das Anstoßen operativer Funktionalitäten, z.B. das Auslösen einer Bestellung sobald ein Schwellwert unterschritten wird, sind Beispiele für eine Annäherung der beiden Welten. Weiterhin findet man eine immer größere Dynamik bei der Datenbewirtschaftung: In vielen Fällen sind neben einer täglichen bzw. stündlichen Extraktion Daten real-time in einem DWH zur Verfügung zu stellen, um zeitnahe Analysen wie beispielsweise ein Business Activity Monitoring zu ermöglichen.

novum: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Wirkung strategischer BI-Services

 

noventum consulting

Thorsten Schmidt

DIRECTOR

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