Transformation in der Transformation - Digitalisierung verändert auch die Aufgaben der IT-Dienstleister

Die Digitale Transformation der Wirtschaft hat viele Seiten – auch im Rollenverständnis ihrer wichtigsten Akteure ist viel Bewegung

// Cloud Computing, Digitalisierung, IT-Outsourcing

Das Thema Digitale Transformation ist überall! Als ob die Entwicklung in der IT-Technologie der letzten Jahrzehnte nur ein unbedeutendes Vorspiel gewesen wäre, ist Digitalisierung in aller Munde. Kein gesellschaftlich relevantes Feld bleibt davon unberührt und es scheint nur noch um die Frage des digitalen Tempos zu gehen. Die Forderung nach Agilität und Flexibilität gibt den Takt vor und damit ist auch schon geklärt, worauf die Dynamik der Digitalisierung zielt. Dabei sind die verschiedenen Akteure durchaus unterschiedlich aufgestellt und IT-Abteilungen in Unternehmen können aus eigener Kraft beim Tempo oft nicht mithalten. Sourcing an IT-Dienstleister kann eine Entlastung erzielen, seien dies externe oder in größeren Konzernen interne Dienstleister. Die ungebremst steigenden Erwartungen vom Business an das Tempo und den Umfang der digitalen Transformation verändern aber auch das Verhältnis der IT-Abteilungen zu ihren Dienstleistern. Diese müssen künftig in der Arbeit als auch in der Kommunikation erheblich näher an die Fachabteilungen in den Unternehmen heranrücken, um präzise und schnell liefern zu können.

 

IT-Abteilungen sind traditionell die Steuerabteilung für externe Unterstützer

In manchen IT-Abteilungen macht sich angesichts der dauernden Diskussion um den Begriff „Digitalisierung“ Unmut breit und nicht selten sind Sätze zu hören wie zum Beispiel: „Digitalisierung betreiben wir seit 40 Jahren, was soll daran neu sein?“. Das ist vielleicht nicht falsch, bei genauerem Hinsehen ist der qualitative Sprung der digitalen Revolution aber doch erkennbar. Viele Unternehmen befinden sich bereits in der digitalen Transformation. Digitalisierung ist in diesen Geschäftsmodellen ein Begriff, der immer offenes Versprechen auf mehr Tempo, Kundennähe und Präzision im Business verspricht, was zusätzlich zu den generellen IT-Anforderungen hinzukommt. Themen, die dabei auf der digitalen Tagesordnung stehen, sind z.B. Virtualisierung und Cloud, „Anything as a service“, „mobile way of working“ und „Big Data Analysis“, ebenso wie der Betrieb dieser Services und Plattformen. Die interne IT ist dafür manchmal personell und fachlich nicht adäquat aufgestellt. Daher ist Sourcing in all seinen Facetten längst zum festen Bestandteil im digitalen Alltag der Unternehmens-IT geworden. Die Unternehmens-IT wird heute mehr und mehr dahingehend geführt, Provider zu steuern und erster Ansprechpartner der Fachabteilungen zu sein, bevor diese „fremdgehen“ und in separaten Vereinbarungen eine Schatten-IT im Unternehmen etablieren. Die interne IT-Abteilung muss sich zum Business Enabler entwickeln, um ihren Stellenwert dauerhaft im Unternehmen zu behaupten.

 

IT-Dienstleister auf dem Weg zur Full-Service-Agentur

Im Verhältnis der IT-Dienstleister zu ihren Kunden sind traditionell nicht die eingesetzten Applikationen, sondern der laufende Service und das erfolgreiche Geschäft von Bedeutung. Auf der Basis dieses Geschäftsmodells erzeugen IT-Dienstleister ihre Synergieeffekte. Das Mehrwertversprechen „Digitalisierung“ löst bei den Kunden und in den Abteilungen aber immer präzisere Ansprüche daran aus, was die IT für Inhalte und Technologien entwickeln soll. In diesem Fall müssen die IT-Dienstleister reagieren.

Sie müssen flexibel auf die präzisen Anforderungen eingehen und liefern können, sodass ein vertieftes Verständnis der Business Requirements benötigt wird. Die Dienstleister müssen den Fokus auf individuelle Prozesse, Services und Applikationen legen, damit sie in der Lage sind, proaktiv zu handeln und benötigte Informationen sowie Empfehlungen anbieten zu können. Konzerninterne IT-Dienstleister müssen darüber hinaus auch die geschäftliche Entwicklung der Firma im Auge behalten, um beispielsweise Trends im Bereich der Internationalisierung frühzeitig zu erkennen und digital begleiten zu können. Agilität und Flexibilität sind auch hier der Schlüssel zum Erfolg für die Zukunft.

Als strategischer Partner der Unternehmen für deren Digitalisierungswünsche und -lösungen brauchen IT-Dienstleister darüber hinaus nicht nur fachliches und prozessuales Know-how, sondern auch „weiche Faktoren“ bedienen können, da in den Unternehmen häufig veraltete Organisationsstrukturen die Digitalisierung bremsen. Vereinfacht gesagt: IT-Dienstleister müssen lernen zu moderieren.

Die Möglichkeit des präferierten Zugangs in die Unternehmen und zu den Fachabteilungen machen IT-Dienstleister den IT-Abteilungen damit zunehmend streitig. In der Industrie bahnt sich ein Rollenkonflikt an.

 

IT-Dienstleister können sich an die Spitze der Bewegung stellen

Oft geht die Digitalisierung in Unternehmen nur langsam und vorsichtig voran. IT-Dienstleister – gerade, wenn sie in Konzernen agieren und entsprechendes Überblickswissen haben – können durch Know-how einen Vorsprung erhalten und mithilfe entsprechender fachlichen Initiativen zu Treibern der Entwicklung werden. Ihre traditionelle Rolle als externer Dienstleister erfährt durch diese Herausforderung eine erhebliche Aufwertung.

 

Digitalisierung verkürzt Sourcingzyklen oft dramatisch

Auch in Zukunft wird kein Unternehmen komplexe IT-Services, zum Beispiel eine SAP Umgebung, heute hier, morgen in einer anderen Cloud und übermorgen dort betreiben wollen. Die Grenzen von Agilität und Flexibilität sind in solchen Fällen unübersehbar. Gleichwohl bedingt die beschriebene Digitalisierungsdynamik einen oft erheblich verkürzten Zyklus des Sourcing. Um diesen erfolgreich zu bedienen, wird ein stets aktuelles Know-how in allen technischen, juristischen und kaufmännischen Fragen des Sourcing gefordert.

 

Zusammenfassung

  • Die digitale Transformation beeinflusst alle relevanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure. Gewachsene Rollenverteilungen und Anwendungen verändern sich.
  • Die Bedeutung von Digitalisierung ist in der Gesellschaft immer mit dem impliziten Versprechen auf mehr Tempo, Kundennähe und Präzision verbunden. IT-Abteilungen können das geforderte Veränderungs-Tempo manchmal nicht aus eigener Kraft einhalten. Sie werden verstärkt zu Provider-Steuerern und vermitteln die Anforderungen aus dem Business.
  • IT-Dienstleister ihrerseits bewegen sich aktiv auf die anspruchsvollen Kunden in den Fachabteilungen der Unternehmen zu, oft an der internen IT vorbei. Ein Wettstreit zwischen IT-Abteilung und externen IT-Dienstleistern um die führende Rolle im Digitalisierungsprozess scheint unvermeidlich.
  • Der Druck auf Tempo und Präzision im Digitalisierungsprozess beschleunigt auch Sourcingzyklen erheblich. Bei den sich dadurch ergebenen Herausforderungen können Sourcing Experten dank ihrer Erfahrung wertvolle Unterstützung leisten.

noventum consulting

Tim Gerigk

CONSULTANT

 

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