Bring Your Own Device

// Cloud Computing, IT-Prozesse &-Organisation

Bring Your Own Device gehört noch immer zu den am meisten diskutierten Trends der IT-Branche. Was macht BYOD für Unternehmen interessant? Oder ist BYOD doch nur die Abkürzung für „Bring Your Own Disas

 

Eine wichtige Aufgabe der CIOs ist es heute, Megatrends und Hypes der IT in Bezug auf ihr Unternehmen zu analysieren und zu bewerten. Themen wie Big Data, Cloud Computing und Mobility müssen betrachtet und bewertet werden, um wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen.

Ein aktueller Technologietrend ist „Consumerization“ oder auch „Bring Your Own Device“, kurz „BYOD“. BYOD setzt dabei auf das Konzept, dass Mitarbeiter ihre privat angeschafften Smartphones, Tablets und Notebooks auch im dienstlichen Einsatz nutzen können.

Zunächst schien BYOD nur ein weiterer IT-Hype zu sein. Analysten sind inzwischen allerdings der Meinung, dass Bring Your Own Device sich immer mehr zu einer etablierten IT-Strategie entwickelt. 

BYOD – ein junges Thema für junge Mitarbeiter?

Unternehmen werden sich in Hinblick auf ihre zukünftigen jungen Mitarbeiter mit diesem Thema beschäftigen müssen, um im „War for Talents“ bestehen zu können. Die jungen Leute sind mit der digitalen Welt aufgewachsen und erwarten von ihren zukünftigen Arbeitgebern die gleiche Selbstverständlichkeit im Umgang mit mobilen Geräten und Social Media, mit der sie diese Technologien selber nutzen. Cisco charakterisiert diesen neuen Typ von Angestellten als „Anytime, Anywhere Young Worker“.

 

Vorteile

In vielen Unternehmen nutzen die Angestellten ihre privaten Geräte bereits heute auch dienstlich. Dies geschieht allerdings in vielen Fällen ohne Kenntnis des internen IT-Bereichs und ohne ausdrückliche Zustimmung des Arbeitgebers. Private Smartphones und Tablets inklusive installierter Apps werden dabei zu dienstlichen Zwecken benutzt. Sie werden in das Unternehmensnetzwerk eingebunden und bilden eine eigene unkontrollierte Schatten-IT. Ein durchdachtes BYOD,  bei dem die Mitarbeiter entsprechend interner Sicherheitsrichtlinien ihre privaten Devices benutzen können, kann dieser Entwicklung entgegensteuern.

Da in vielen Unternehmen erprobte, aber auch in die Jahre gekommene Hardware eingesetzt wird, kann eine BYOD Strategie durchaus attraktiv auf Bewerber wirken. Einer Cisco-Studie folgend möchten sich heute bereits vier von fünf Studenten ihre Arbeitsgeräte bei ihren zukünftigen Unternehmen selbst aussuchen können. Laut dieser Studie steigern Unternehmen, die ihren Angestellten das Einbringen von privater Hardware erlauben, ihre Attraktivität für Bewerber deutlich.

Durch den Einsatz privater Devices sparen Unternehmen zum Teil erhebliche Summen für die Beschaffung und den Unterhalt firmeneigener Hardware. Viele Unternehmen, bei denen BYOD bereits aktiv genutzt wird, beteiligen sich an den Kosten für die private Anschaffung der Hardware durch ihre Mitarbeiter. Unter dem Strich bleiben für das Unternehmen dennoch deutliche Einsparungen.

Da die Nutzer die Hardware selbst angeschafft und eingerichtet haben, kennen Sie sich in vielen Fällen mit den Geräten entsprechend gut aus. Dadurch ist eine Senkung von einfachen 1st-Level-Supportanfragen zu erwarten. Ein weiterer Nebeneffekt durch BYOD ist die Steigerung der Motivation der Mitarbeiter, was oft mit einer Steigerung der Produktivität einhergeht. Nicht zu unterschätzen ist auch die IT als Statussymbol. Identifikation mit attraktiver technischer Ausrüstung wird implizit zum Treiber für die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen.

 

An die Regeln halten

Mit Bring Your Own Device scheinen sich auf den ersten Blick für Unternehmen und Mitarbeiter mehrere klassische Win-Win-Situationen zu ergeben.

Allerdings stellen sich gerade in rechtlicher, sicherheitstechnischer und finanzieller Hinsicht viele Fragen und Risiken, die vom Unternehmen vor dem möglichen Einsatz von BYOD gelöst werden müssen:

Ist BYOD überhaupt eine zur Organisation passende IT-Strategie?

  • Welche Geräte werden vom Unternehmen zugelassen?
  • Wer übernimmt den Support für die Hardware? 
  • Auf welche Unternehmensdaten wird der Zugriff 
  • gewährt und verweigert?
  • Wie kann die Datensicherheit und -integrität gewähr-leistet werden?
  • Welche Services können über BYOD genutzt werden?
  • Für welche Mitarbeiter des Unternehmens ist BYOD 
  • ein sinnvolles Konzept?
  • Inwiefern muss der Betriebsrat mit in die Planung 
  • eingebunden werden?
  • Welche organisatorischen Anlaufkosten verursacht BYOD?

Die Lösung zur Klärung und Beseitigung dieser Punkte ist die Entwicklung von Richtlinien für den geregelten BYOD-Betrieb.

Aus den oben genannten Fragen ergeben sich die wichtigsten Inhalte der BYOD-Richtlinien bereits. Sinnvollerweise setzen sich dazu die internen Abteilungen Personal, Recht und IT an einen Tisch, um die Policies gemeinsam zu entwickeln und abzustimmen.

 

Fazit

BYOD kann die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter deutlich steigern. Gerade im Hinblick auf die Suche nach neuen Mitarbeitern kann ein durchdachtes und attraktives BYOD-Konzept ein interessantes Kriterium für Bewerber sein, sich für einen Arbeitgeber zu interessieren.

Die Herausforderung wird sein, die Standards für Sicherheit, Integrität und Verfügbarkeit in Unternehmensnetzwerken nicht zu verwässern und damit Probleme zu schaffen, für deren Beseitigung an anderer Stelle hart gearbeitet wird.

 

noventum consulting

Tim Gerigk

CONSULTANT

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